Wolf Biermann mit Point-Alpha-Preis ausgezeichnet

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Wolf Biermann mit Point-Alpha-Preis ausgezeichnet

Wolf Biermann erhält den "Point-Alpha-Preis".

Biermann sei ein "Künstler und leidenschaftlicher Streiter für Frieden und Freiheit, der unbeeindruckt von ideologisch festgezurrten Lügen sich über die Jahrzehnte seines Lebens treu geblieben ist", begründete die Präsidentin des Kuratoriums Deutsche Einheit, Christine Lieberknecht (CDU), die Auszeichnung.

Rasdorf - Der Liedermacher und DDR-Dissident Wolf Biermann erhält am Samstag im osthessischen Rasdorf den Point-Alpha-Preis 2017. Point Alpha ist eine Gedenkstätte an der Grenze von Hessen zu Thüringen in der Rhön, wo früher der Eiserne Vorhang verlief. Während des Kalten Krieges war Point Alpha ein US-Beobachtungsposten.

Biermanns Ausbürgerung aus der DDR im November 1976 sei eines der prägendsten Ereignisse für die dortige Opposition gewesen und gelte als Initialzündung für eine zunehmend offene Kritik am SED-Regime, erklärte die Point-Alpha-Stiftung.

Die Ehrung ist mit 25.000 Euro dotiert und würdigt Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas. Biermann habe die Erfahrung zweier deutscher Diktaturen "politisch wie künstlerisch in einzigartiger Weise verarbeitet".

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte in seiner Laudatio, die Biografie Biermanns stehe exemplarisch für die Erfahrung von Trennung, Teilung und Einheit, von Zerrissenheit, von Niederlagen und Triumph. Nach einem Konzert in Köln durfte er nicht mehr nicht in die DDR zurückkehren.

Zu Beginn der Veranstaltung gedachten die rund 1.000 Gäste und Zuschauer der Preisverleihung des verstorbenen Altbundeskanzlers Helmut Kohl mit einer Schweigeminute. Lammert sagte, dass es ohne Kohl die Einheit Deutschlands und Europas vermutlich nicht gegeben hätte.