Trump wehrt sich gegen Vorwürfe in Russland-Affäre: "Faule Geschichte"

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Trump wehrt sich gegen Vorwürfe in Russland-Affäre: "Faule Geschichte"

Nun hat es Trump selbst eingeräumt: "Gegen mich wird ermittelt". Und Mueller hat Grund zu Sorge: Trump wollte den Sonderermittler anscheinend vor wenigen Tagen hochkant hinauswerfen, wurde aber von Ehefrau Melania sowie Stabschef Reince Priebus davon abgehalten.

Der Chef des Geheimdienstes NSA, Michael Rogers (r.) und US-Geheimdienstdirektor Dan Coats. Persönlich muss er sich gegen den Vorwurf der Justizbehinderung zur Wehr setzen.

Bisher liegen öffentlich keine Beweise vor, dass Berater des heutigen Präsidenten im vergangenen Jahr gemeinsame Sachen mit russischen Geheimdienstkreisen gemacht haben.

Trumps Verhalten in den vergangenen Wochen hat kritische Fragen jedoch lauter werden lassen. Den Schritt stützte Trump zunächst auf ein Memo, in dem Rosenstein ihm die Entlassung Comeys nahegelegt hatte. - Comey hatte in seiner Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss schwere Vorwürfe gegen Trump erhoben. Es ist jedoch gar nicht bekannt, ob das FBI die Quelle für den Zeitungsbericht der "Washington Post" ist. Das Blatt berief sich auf fünf namentlich nicht genannte Gewährsleute.

Washington | In den USA geht Sonderermittler Robert Mueller jetzt auch direkt Präsident Donald Trump an. Mit dieser Aussage könnte Trump ungewollt einen wichtigen Beleg für eine politisch motivierte Behinderung der Ermittlungen geliefert haben. Unter anderem müssten das Repräsentantenhaus zustimmen, das von Trumps Republikanern kontrolliert wird. Um ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump anzustoßen, müsste sich die Regierungspartei also gegen den Präsidenten wenden. Flynn gilt als Schlüsselfigur der Russland-Affäre. Im Gegenteil bestätigt die Stellungnahme eines Sprechers des Trump-Anwalts Marc Kasowitz indirekt den Vorgang: "Das Enthüllen von Informationen des FBI über den Präsidenten ist ungeheuerlich, unentschuldbar und illegal", heißt es dort. Nun könnte der Hauptfokus auf den Verdacht rücken, Trump habe diese Ermittlungen zu verhindern versucht; Justizbehinderung ist ein Straftatbestand. "Hübsch.", schrieb Trump auf Twitter. Das meldete die Tageszeitung "Washington Post". Zuletzt fungierte Mueller als Schlichter im VW-Abgasskandal - jetzt ermittelt er in der Russland-Affäre gegen US-Präsident Donald Trump.

Mueller jedenfalls wird sein Netz in den kommenden Monaten immer weiter auswerfen, unterstützt dabei von einem erstklassigen Stab erfahrener Experten für Wirtschafts- und Finanzvergehen. Nach amerikanischen Medienberichten hatte Trump am 22. März auch Coats und CIA-Direktor Mike Pompeo unter sechs Augen ins Gebet genommen. Er war unter anderem bei der Aufklärung der Watergate-Affäre in den 1970er Jahren und im Iran-Contra-Skandal in den 1980er Jahren juristisch tätig.

Zugleich könne ein solches Vorgehen beim US-Kongress Verdachtsmomente auslösen und zu neuen Ermittlungen führen, so die Expertin. Der Washington Post zufolge untersucht Muellers Team dessen finanzielle und geschäftliche Beziehungen. Comey sei darauf nicht eingegangen.