Trauer um Helmut Kohl

Unklar war zunächst, wann und wo es einen Staatsakt für Kohl geben wird.

Mit Helmut Kohl verliert die Welt eine prägende Persönlichkeit der Nachkriegszeit in Deutschland.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich tief betroffen vom Tod des früheren deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl gezeigt. Sein Tod hat in Deutschland und international Trauer ausgelöst. Der langjährige Kanzler war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner rheinland-pfälzischen Heimat Ludwigshafen gestorben. Er habe "historische Weichen für Deutschland und Europa gestellt und sich Verdienste erworben, die Bestand haben und nicht vergessen werden". Politiker von CDU und SPD sprachen sich am Samstag dafür aus, den "Kanzler der Einheit" durch eine Stiftung oder die Benennung von Straßen und Plätzen nach Kohl zu ehren.

Neben der Kanzlerin würdigten alle deutschen Politiker von Rang und Namen Kohl mit Hochachtung. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch für Kohl aus und richtete ein Online-Kondolenzbuch ein. Kohl sei damit "zu einem Glücksfall für uns Deutsche geworden", lobt Merkel. All das, was in den 27 Jahren von damals bis heute gefolgt sei, "wäre niemals denkbar gewesen ohne Helmut Kohl", erinnert sich Merkel. Dies sei noch nicht entschieden, sagte Bähner. Eine Antwort steht noch aus, wie der Sportinformationsdienst (sid) berichtete. Die Junge Union erklärte, am Samstagabend eine Gedenkwache vor Kohls Haus im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim abzuhalten. In seine Amtszeit fiel der WM-Triumph 1990 ebenso wie der Sieg bei der EM 1996. Ab 0 Uhr zeigt phoenix das wohl letzte große Fernsehinterview mit dem Altkanzler: "Helmut Kohl - das Interview" von Stephan Lamby und Michael Rutz (ARD/NDR, 2015, zweimal 90 Minuten). Ob die Kanzlerin da an die Zeit zurückdenkt, in der sie unter Kohl am Beginn ihrer Karriere zuerst seine Frauen- und Jugendministerin (1991-94) und später seine Umweltministerin (1994-98) war?