Prozess gegen U-Bahn-Treter muss neu gestartet werden

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Prozess gegen U-Bahn-Treter muss neu gestartet werden

Berlin - Nach der Vertagung des Verfahrens am Donnerstag ist der Prozess gegen den U-Bahn-Treter von Berlin-Neukölln nun offiziell geplatzt!

Die Verhandlung vor dem Landgericht der Hauptstadt werde am nächsten Dienstag fortgesetzt, sagte Richterin Sylvia Busch.

Wegen der Befangenheit einer Schöffin wird der Prozess gegen den Berliner U-Bahntreter Svetoslav S. neu aufgerollt. In einem weiteren Leserbrief soll sie sich in anderem Kontext unangemessen über Menschen mit Migrationshintergrund geäußert haben. Angeklagt ist nur der 28-Jährige. Der Angeklagte soll eine Frau eine Treppe hinunter getreten ahben. Der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung beginnt nun am 26. Juni 2017. Dann tritt er der arglosen Frau mit dem rechten Fuß wuchtig in den Rücken und verschwindet.

Zu dem Angriff kam es laut Anklage in einer Nacht Ende Oktober 2016.

Das damals 26-jährige Opfer erlitt einen Armbruch und eine Kopfverletzung. Dass Gericht gab dem Antrag statt. Die junge Frau tritt als Nebenklägerin auf.

Der Angeklagte muss sich zudem wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten.

Der mutmaßliche Treter war zunächst untergetaucht und mit Haftbefehl gesucht worden. Der Bulgare wurde schließlich in Berlin gefasst, als er auf dem Busbahnhof von einer Reise aus Südfrankreich ankam. Zwei Wochen vor der mutmaßlichen Attacke im U-Bahnhof soll sich der Verdächtige mitten am Tag auf einem Parkplatz im Stadtteil Reinickendorf vor zwei Frauen entblößt und masturbiert haben, 35 Minuten später habe er dies in einer Grünanlage vor einer Zeugin wiederholt. Erst nachdem Bilder aus dem Video in der B.Z. veröffentlicht wurden, leitete auch die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung ein.

Der Mann ist nach Angaben von Ermittlern in Deutschland nicht vorbestraft.

In seiner Heimat Bulgarien ist er bei Justiz und Polizei kein Unbekannter: Dort fiel er wegen Diebstahls und Fahren ohne Führerschein mehrmals auf. Den Angriff auf dem U-Bahnhof soll der 28-Jährige gegenüber den Ermittlern zugegeben haben.