Pandas für Berliner Zoo fliegen Ende Juni ein

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Pandas für Berliner Zoo fliegen Ende Juni ein

Die Neu-Berliner sind übrigens auch jung genug, um Nachwuchs zu zeugen.

Sie sind ein Pärchen - aber sie sind sich fremd. Das erste Date ist bereits arrangiert.

Der Berliner Tierpfleger Christian Toll ist in der Panda-Stadt Chengdu auf Tuchfühlung mit seinen künftigen Schützlingen Mengmeng und Jiao Qing gegangen - und hat jede Menge Fotos mitgebracht. "Sie können nicht zusammen sein, weil sie sonst miteinander kämpfen würden".

Sie heißen "Träumchen" und "Schätzchen" und der Name ist Programm. Die Zeit ist knapp. Ein Weibchen ist nur an rund drei Tagen im Jahr fruchtbar. "Da ist natürlich gewisser Druck dahinter". "In China wird Pandaschutz heute als gesellschaftliche Aufgabe gesehen", ergänzt Gramling. "Wir wünschen uns auch Nachwuchs, aber müssen halt gucken, wie die Tiere miteinander agieren". Einen Panda auszuleihen kostet im Jahr mehr als 900 000 Euro!

Mit Mengmeng und Jiao Qing hätte der Berliner Zoo als einziger Tiergarten Deutschlands wieder Große Pandas in seiner Obhut. Waren Pandas einst Staatsgeschenke, werden sie heute aus Nachzucht als Leihgaben an Zoos in anderen Ländern gegeben. Nervosität ist spürbar. Nichts darf schiefgehen. Von "Panda-Diplomatie" ist daher die Rede.

Knapp 2000 Exemplare gibt es in der immer kleiner werdenden Wildnis noch, verstreut, in Reservaten. Der Schutz und die Zucht der niedlichen Bären haben die Populationen wieder steigen lassen. Und auch nur, wenn der Staats- oder Regierungschef persönlich darum bittet. In enger Abstimmung wurde vor einem halben Jahr mit dem Bau eines rund neun Millionen Panda-Geheges in Bambus-Optik mit chinesischem Tor und Kletterwald begonnen. "Nicht verhandelbar", wie es heißt. Das Geld soll in China in den Artenschutz fließen. "Ein junges, hübsches Pandamädchen", berichtet Toll nach der Visite in der Quarantäne-Station. "Sie ist sehr nervös, läuft viel, guckt viel, ist sehr interessiert". Das Männchen "Schätzchen", chinesisch Jiao Qing, sei ein ruhiger Zeitgenosse. Schließlich wird er auch derjenige sein, der sich künftig um die beiden Pandas kümmern soll. Auch die Sprache ist neu. Aus verschiedenen Mehlsorten, Haferflocken und Erdnussöl bestehe das Gemisch, berichtet Toll. Die Tiere sollen 15 Jahre lang bleiben, die Leihgebühr beträgt rund eine Million Euro pro Jahr. Nach einer Inspektion vor Ort ist Zuchtexperte Yuan Bo voll des Lobes: "Sehr professionell". "Im Frühjahr, wenn das Wetter schön wird und die Blumen sprießen". Berlin hat bei der Panda-Haltung langjährige Erfahrung. "Sie mögen sich nicht riechen", sagt die Expertin.