Neue Antworten zu Trumps Russland-Affäre

  • Neue Antworten zu Trumps Russland-Affäre

Neue Antworten zu Trumps Russland-Affäre

Wie hat Russland die US-Wahl 2016 beeinflusst, und wusste Donald Trumps Team davon?

Washington (dpa) - US-Justizminister Jeff Sessions hat bestritten, in irgendeiner Form in die Russland-Affäre im Zusammenhang mit dem Wahlkampf 2016 verwickelt zu sein. Es ist dasselbe Gremium, vor dem eine Woche zuvor der frühere FBI-Chef James Comey ausgesagt hatte.

Der Justizminister ist der bislang ranghöchste Regierungsvertreter, der vor dem Ausschuss zu den mutmaßlichen Einmischungen Russlands in die Präsidentenwahl im November gehört wird. Denn zu diesem Zeitpunkt war Sessions bereits sicherheitspolitischer Berater für das Wahlkampfteam von Trump. Jegliche Andeutung in diese Richtung sei "eine erschreckende und verabscheuungswürdige Lüge", die seinen jahrzehntelangen Dienst am Staat in den Schmutz ziehe, sagte Sessions am Dienstag vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Der Trump-Freund verriet allerdings noch mehr in dem Interview: Er wisse, dass Mueller, der von 2001 bis 2013 FBI-Chef war, auch als Comeys Nachfolger im Gespräch gewesen ist. Zuvor war herausgekommen, dass er während seines Nominierungsverfahrens zwei Treffen mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, unerwähnt gelassen hatte. In der US-Verfassung sei zudem festgelegt, Vier-Augen-Gespräche zu schützen. Nach seiner Einschätzung war ein frischer Start damals das Richtige für das FBI, sagte Sessions. Es gibt erste Daten, wonach die Liebe seiner glühendsten Fans abkühlt.

In der Russland-Affäre wird einem Medienbericht zufolge nun auch gegen US-Präsident Trump persönlich ermittelt.

Interessant: Rein formal kann Trump den Sonderermittler gar nicht direkt feuern.

"Die Vorstellung, ich soll an irgendeiner Geheimabsprache beteiligt gewesen sein, dass ich von solchen Geheimabsprachen mit der russischen Regierung gewusst haben soll". Dies wurde als Verstoß gegen seine Befangenheitserklärung in der Russland-Affäre gedeutet. Trump soll darüber verärgert gewesen sein, da es als Schuldeingeständnis aufgefasst werden könnte. Zur Begründung verlas Sessions eine gute Minute lang die Befangenheitsregularien seines Ministeriums. Er habe diese Entscheidung aber lediglich getroffen, weil er gemäss den Statuten des Justizministeriums befangen war, weil er Teil von Trumps Wahlkampfteams gewesen war.

Der Justizminister weigerte sich bei der Anhörung wiederholt offenzulegen, ob er mit Trump über den Umgang Comeys mit der Russland-Affäre gesprochen habe.

Sessions sagte, er sei als Chefankläger von Trump niemals zu irgendetwas Illegalem aufgefordert worden. Ex-FBI-Chef Comey hatte diesen Vorwurf aufgebracht.

Vor dem Geheimdienstausschuss agierte Sessions jedenfalls wie ein Profi: Er deckte den Boss im Weissen Haus, wie einst Justizminister Robert Kennedy seinen Bruder John F. Kennedy gedeckte hatte oder Justizminister Eric Holder Präsident Barack Obama.

Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte dazu, Ruddy spreche nur "für sich selbst"; der Sender CNN berichtete jedoch unter Berufung auf eine Trump nahestehende Quelle, dem Präsidenten werde "von vielen Leuten" dazu geraten, Mueller nicht zu entlassen.