May besucht Unglücksort - Suche nach Vermissten unterbrochen

  • May besucht Unglücksort - Suche nach Vermissten unterbrochen

May besucht Unglücksort - Suche nach Vermissten unterbrochen

Wie die Londoner Polizei am Donnerstag weiter sagte, wird mit noch höheren Opferzahlen gerechnet.

Premierministerin Theresa May traf am Vormittag am Unglücksort ein, um sich persönlich ein Bild von der Katastrophe zu machen. Britischen Medienberichten zufolge lebten dort zwischen 400 und 600 Menschen. Wochen werde die Arbeit noch dauern, kündigt Feuerwehr-Chefin Dany Cotton an. Von denen, denen die Flucht gelang, blieben am Donnerstag 37 Menschen in ärztlicher Behandlung, davon 17 in einem kritischen Zustand. Nach Angaben der Rettungskräfte vom Mittwoch wurden mindestens 78 Patienten in Kliniken behandelt. Feuerwehr-Chefin Cotton sagte, die Rettungskräfte gingen nicht davon aus, noch jemanden lebend zu finden. Etliche Bewohner werden noch vermisst. Er habe es lebend aus dem 15. Stock geschafft, weil seine Frau das Feuer früh gerochen habe. "Eine Feuerwalze, die nicht mehr aufzuhalten ist. Sky News sagte er, auch wichtig sei zu klären, wie der Brand hätte verhindert werden können. Matt Wrack, der Chef der Feuerwehr-Gewerkschaft, sagte, nach dem Brand hätten die Bewohner des Gebäudes das Recht, kritische Fragen zu stellen - etwa, ob die Fassadenverkleidung die Feuersicherheit beeinträchtigt habe.

Auch die britische Königin Elizabeth II. sprach den Opfern ihre Anteilnahme aus.

"Ich sah wie immer mehr Menschen an den Fenstern des Gebäudes erschienen - sie schrien um Hilfe", berichtet Lamari. Auch mehr als eine Million Pfund an Spendengeldern kamen zusammen.

Anwohner hatten sich über den angeblich mangelnden Brandschutz in dem Gebäude beschwert, das 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 saniert worden war.

Der britische Brandschutz-Experte Jon Hall nannte den Brand im Grenfell Tower einen Unfall, wie er in der "Dritten Welt" vorkomme. In der Kritik steht zudem der Rat des zentralen Feuerwehrdienstes, bei einem Brand in der Wohnung zu bleiben, den Rauch mit Hilfe von Decken abzublocken und auf Hilfe zu warten.

Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Feuers im Hochhaus aufgehalten haben, stand zunächst nicht fest.

Nach Angaben von Bewohnern soll es bereits vor dem Inferno Beschwerden über einen unzureichenden Brandschutz gegeben haben. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. Die Feuerwehr habe alle 24 Stockwerke kurz durchsuchen können.

Auch in Deutschland werden Rufe nach Konsequenzen laut. Der Kensington Palast liegt im gleichen Stadtteil wie der ausgebrannte Grenfell Tower.

Wegen des Feuers in London will der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die energetische Gebäudesanierung in Deutschland auf den Prüfstand stellen.

Nach Angaben von Bewohnern brannte das Hochhaus, dessen Fassade im Zuge einer größeren Renovierung bis ins vergangene Jahr neu verkleidet wurde, zuerst von außen. "Wir nehmen das jedoch zum Anlass und werden überprüfen, ob die aus energetischen Gründen geforderte Außendämmung eine zusätzliche Brandgefahr auslöst", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling wies im RBB-Inforadio darauf hin, dass bei Häusern mit einer Höhe von weniger als 22 Metern brennbares Dämmmaterial erlaubt sei. "Das bemängeln wir als Feuerwehr, weil wir da schon schlechte Erfahrungen gemacht haben - nicht hier in Berlin, aber schon in anderen Städten".

Nach Angaben von Scotland Yard ist der Vorfall aber kein Terroranschlag. Der Verband verlangte, den Einsatz von Polystyrol zur Dämmung von Gebäudefassaden "sofort auszusetzen".