Kondolenzbücher und Trauerbeflaggung: Abschied von Kohl

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Kondolenzbücher und Trauerbeflaggung: Abschied von Kohl

Der Einheitskanzler hat damit für immer einen prominenten Platz in den Geschichtsbüchern.

Guterres drückte der Familie Kohls, sowie der "Regierung und dem deutschen Volk" sein Beileid aus. Dabei hätte er noch so viel zu sagen gehabt, angesichts der politischen Umstürze der letzten Jahre.

US-Präsident Donald Trump beschrieb Kohl als Freund und Verbündeten der USA. Das sei eine "für Deutschland gute Situation" gewesen. "Im Verhältnis zu Russland wäre es gut gewesen, wenn die Union ihn noch bis heute gehabt hätte". Der frühere Bundeskanzler Kohl (CDU) war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben.

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz würdigte Kohl als "grossen Europäer" und "grossen Staatsmann".

"Wenn ich mir anschaue, wie dieses Europa zu diffundieren scheint, wie junge Leute jetzt wieder anfangen dafür zu kämpfen, dann fällt mir das als erstes bei Helmut Kohl ein". "Das ist sein Verdienst", betont SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag (Iserlohn).

Als den Mann, der neben den DDR-Bürgerrechtlern zur deutschen Wiedervereinigung am meisten beitrug, hat der Hechinger CDU-Stadtverbandsvorsitzende Hermann Schwendemann den Altkanzler in Erinnerung. Zugleich ging mit seinem Tod auch eine Epoche zu Ende: In den vergangenen 19 Monaten waren bereits Helmut Schmidt, Kohls Vorgänger als Kanzler, und Hans-Dietrich Genscher verstorben, dessen langjähriger Partner als Aussenminister. Aktive und ehemalige Politiker aus aller Welt, die beiden großen deutschen Kirchen sowie der Papst und der Zentralrat der Juden in Deutschland würdigten Kohls politische Lebensleistung. "Sein bleibender Verdienst wird sicher seine zupackende Art bei der Wiedervereinigung sein". "Sie sehen einen Menschen, der sehr traurig ist", sagte Kohl.

"Ich verneige mich vor einem großen europäischen Patrioten". "Es gibt nur wenige Politiker im Nachkriegs-Deutschland, die so prägend waren".

Als einen eng mit der jüdischen Gemeinschaft verbundenen Staatsmann hat der Zentralrat der Juden in Deutschland Helmut Kohl gewürdigt.

Nachdem sein damaliger Generalsekretär Geißler auf dem Bremer Parteitag 1989 Kohl durch den früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth ersetzen will, vereitelt Kohl den Putsch und trennt sich von seinem Widersacher.

Persönlich sei sie ihm deshalb nicht dankbar, "aber ich bin ihm dankbar dafür, dass er dran geblieben ist und auch gegen viele Widerstände die Deutsche Einheit durchgedrückt hat". Er habe damals das eng begrenzte Zeitfenster konsequent genutzt, etwa durch die Gespräche mit Gorbatschow. Vizekanzler Wolfgang Brandstetter (ÖVP) sagte, Kohl habe "den Lauf der Geschichte nachhaltig und positiv geprägt". Den Abgang von der politischen Bühne im Zusammenhang mit der Spendenaffäre habe sie bedauert.

Persönlich betroffen zeigte sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker, zu Kohls Zeiten Premierminister Luxemburgs.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Iserlohner Stadtrat, Michael Schmitt bezeichnet Kohl als großen Europäer, der für Deutschland viel getan und über Jahrzehnte positiv gewirkt habe.