Kondolenzbücher, Trauerbeflaggung: Abschied von Helmut Kohl

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Kondolenzbücher, Trauerbeflaggung: Abschied von Helmut Kohl

Brok erfuhr während Gesprächen im spanischen Parlament in Madrid vom Tode Kohls. Auf zahlreichen TV-Stationen dauerten die Gedenksendungen danach teils bis in die tiefe Nacht.

Der Kanzler der Deutschen Einheit und Wegbereiter der Europäischen Union war am Freitagmorgen in seiner Heimatstadt Ludwigshafen gestorben.

Legendäres Foto von Helmut Kohl 1991 in Halle: Nachdem der Kanzler von einem Demonstranten mit Eiern beworfen worden ist, versucht er in Wut geraten sich einen Weg durch die ihm ansonsten zujubelnde Menge zu bahnen, um den Täter ausfindig zu machen. Ein Freund aus Moskau würdigt den Verstorbenen als Figur der Weltgeschichte. Er wusste: Wenn Deutschland von seinen Nachbarn - gerade von den kleineren europäischen Staaten - als übermächtig empfunden werden würde, kämen weder Deutschland noch Europa voran. "Da war Helmut Kohl der richtige Mann zur richtigen Zeit". Kohl habe "entscheidend zu den glücklichsten Zeiten beigetragen, die wir Deutschen je hatten", erklärte Lammert am Freitag. Zuvor war Schulz Bürgermeister seiner rheinischen Heimatstadt Würselen.

"Er hatte überhaupt keine Starallüren", konstatierte Krämer mit Blick auf den Kanzler der Einheit, der sich immer unter die Delegierten gemischt habe.

Kohl-Witwe Maike Kohl-Richter und Kohls langjähriger Fahrer Eckhard Seeber (M). "Wie Millionen andere konnte ich aus dem Leben in der Diktatur der DDR in ein Leben der Freiheit gehen".

"Rheinpfalz" (Ludwigshafen): "Das Erbe Kohls sind die "blühenden Landschaften" in Ostdeutschland". Anfang der 90er Jahre war Kohl Ziehvater von Angela Merkel in Bundesregierung und Partei. Scharping war bei der Bundestagswahl 1994 SPD-Kanzlerkandidat und damit Herausforderer Kohls. Ehrbekundungen erreichten Deutschland aus vielen Hauptstädten der Welt. Er wollte kein deutsches Europa, sondern ein europäisches Deutschland. "Nicht nur, weil er Brücken nach Westen wie nach Osten gebaut hat, sondern auch, weil er niemals aufgehört hat, noch bessere Baupläne für die Zukunft Europas zu entwerfen".

Die Point Alpha Stiftung nannte Kohls Wirken "eine bis heute unumstrittene politische Meisterleistung an Mut, kluger staatsmännischer Weitsicht und diplomatischem Geschick". Der Vorsitzende der hessischen Grünen, Kai Klose, würdige Kohl als einen "Vater der Einheit, ein Europäer aus tiefer Überzeugung". Besonders diese hätten "sehr darunter gelitten, dass ihr Großvater für sie nicht erreichbar war".

Zu den wohl bedeutensten Reden Kohls gehört wohl seine Ansprache am 19. Dezember in Dresden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den Einsatz Kohls für die Aussöhnung mit Frankreich und für das Zusammenwachsen in Europa.

Was Kohl vor allem politischen Erfolg bescherte, war sein direktes, unverblümtes, aber zugleich sehr menschliches und warmes Auftreten. "(.) Es war Kohl, nicht Schmidt, der bereitstand, als der Zug zur deutschen Wiedervereinigung vorbeirollte". Der Tod Helmut Kohls sorgt weltweit für Trauer. Orban pflegte ein enges Verhältnis zum deutschen Alt-Bundeskanzler. Zwar hat er mit der Wiedervereinigung zuallererst Deutschland und den Nationalismus gestärkt - vor allem auf dem Balkan sollte das fatale Folgen haben. Orban war zu diesem Zeitpunkt ein Oppositioneller gegen das damalige kommunistische Regime.

"Die Geschichte, dass er geliefert hat". In Gedenken an Kohl seien die Europaflaggen vor den europäischen Institutionen auf halbmast gesetzt worden. "Er war aufgerufen, einige der monumentalsten Fragen seiner Zeit zu beantworten", heisst es in einem von Clinton verbreiteten Statement. Man trauere um "einen großen Europäer". Grund, Kritik von Kurt Beck - in lokalen Zeitungen abgedruckt - zu politischen Entscheidungen von Helmut Kohl. "Sein Vermächtnis wird weiterleben".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich ähnlich wie die Kanzlerin: "Helmut Kohl war ein Ausnahmepolitiker und ein Glücksfall für die deutsche Geschichte".

Einer der größten Momente seines Lebens: Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 winkt Helmut Kohl in die Menge, flankiert von Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker.