Kommentar zum Tod von Helmut Kohl: Er war ein Titan

In Gedenken an den verstorbenen früheren Bundeskanzler Helmut Kohl will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Auftaktspiel beim Confed Cup am Montag (17.00 Uhr MESZ/ZDF) in Sotschi gegen Australien Trauerflor tragen. Er sei ein großer Deutscher und großer Europäer gewesen, der sich um die Einheit seines Vaterlandes und Europas verdient gemacht habe, sagte Merkel am Rande einer Rom-Reise.

Ich habe Helmut Kohl im März 1987 persönlich erstmals getroffen. Der frühere US-Präsident George H.W. Bush würdigt den Altkanzler ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Als "Kanzler der Einheit" hat Helmut Kohl wie kaum ein anderer die deutsche Nachkriegsgeschichte geprägt. "Wir werden ihm das nie vergessen".

"Es ist ein wirklich großer Deutscher und vor allem ein großer Europäer gestorben", ließ Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) verlauten.

1989 ist die Zäsur im Nachkriegseuropa, 1999 aber war die Zäsur in der Aussenwirkung des Helmut Kohl: die Parteispendenaffäre.

Gerhard Schröder, Nachfolger Kohls im Amt des Bundeskanzlers, betonte Kohls Verdienste um die deutsche Einheit: "Die Einigung unseres Landes und unseres Kontinents wird auf alle Zeit auch mit seinem Namen verbunden bleiben". "Wir trauern um einen großen Staatsmann - sein Werk wird Bestand haben", schrieb Steinmeier weiter. Bei der Berliner Feier winken neben Helmut Kohl auch Bundesminister Hans-Dietrich Genscher (l.), Ehefrau Hannelore und Bundespräsident Richard von Weizäcker (r.) von der Freitreppe des Reichstagsgebäudes.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, dankte Kohl für dessen Beziehung zur jüdischen Gemeinschaft: "Die neue Blüte der jüdischen Gemeinschaft haben wir ganz wesentlich der Zuwanderung zu verdanken", sagte Schuster. "Man braucht in der Politik Visionen, um Akzeptanz für die kleinen Schritte dorthin zu bekommen", würdigte die Bundestagsvizepräsidentin auch Kohls Leistung bei der Wiedervereinigung. Eine Zeit, die in der Deutschen Einheit 1990 ihren Höhepunkt und ihr historisches Symbol fand. Zwei Jahre zuvor, nach der missglückten WM 1994, hielt Kohl den damaligen Bundestrainer Berti Vogts per Telefon vom Rücktritt ab. Kohl sei ein "persönlicher Freund" von Guterres gewesen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Freitag vor Journalisten in New York. "Die Deutschen haben Helmut Kohl den Spitznamen 'Kanzler der deutschen Einheit' gegeben". Kohl werde in Russland als "treuer Anwalt einer freundschaftlichen Beziehung zwischen unseren Ländern" erinnert werden. Kohl sei nicht nur der Vater der deutschen Wiedervereinigung gewesen, sondern habe sich auch für Europa und das transatlantische Verhältnis eingesetzt. Niemand dieser Kritiker begriff, dass in der Provinz, konkret in der Pfalz die Kraftquelle Kohls lag, die seinen Blick auf Deutschland, auf Europa und am Ende auch die Welt prägte.

Putin sagte, Kohl habe eine "Schlüsselrolle bei der Beendigung des Kalten Krieges und der Wiedervereinigung Deutschlands" gespielt.