Human Rights Watch kritisiert FIFA

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Human Rights Watch kritisiert FIFA

Kurz vor dem Anpfiff zum Cup hat die Menschenrechtsorganisation die FIFA wegen der Arbeitsbedingungen auf Stadionbaustellen in Russland scharf kritisiert.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die Umstände, unter denen russische und ausländische Bauarbeiter in den russischen Stadien für die Fussball-Weltmeisterschaft schuften, scharf kritisiert.

"Ausbeutung und Missbrauch" herrschten auf den Baustellen der WM-Stadien vor, "die FIFA hat noch nicht bewiesen, dass sie diese Probleme effektiv überwachen, verhindern und beheben kann". Die Organisation präsentierte einen Report. Konkret sei den Arbeitern in sechs WM-Städten kein Lohn oder erst verspätet gezahlt worden.

Arbeiter hätten im Winter ohne Schutzkleidung bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius arbeiten müssen – ohne ausreichende Pausen zum Aufwärmen.

Zudem verweist HRW auf die unwürdigen Arbeitsbedingungen nordkoreanischer Bauarbeiter, über die internationale Medien und auch 20 Minuten bereits im Frühjahr berichteten. Petersburg habe die FIFA nicht öffentlich erklärt, wie sie diese Arbeiter schützen wolle. Schutzmaßnahmen bei eisigen Minustemperaturen seien Fehlanzeige, mindestens 17 Arbeiter ließen bisher auf WM-Baustellen ihr Leben. In einem am Mittwoch veröffentlichten Statement stellt HRW der FIFA hinsichtlich der Menschenrechte kein gutes Zeugnis aus. Obwohl man keine vertraglichen Bindungen mit den Baufirmen habe, unternehme man mehr als jede andere Sportorganisation, um Menschen- und Arbeiterrechte zu schützen. Zwar hätten der Fußball-Weltverband und die russische Regierung spürbare Schritte unternommen, die Arbeitsbedingungen zu überwachen, allerdings müssten die Ergebnisse auch dokumentiert werden, so die Forderung von HRW. Die vierteljährlichen Untersuchungen kämen nicht zu den gleichen Ergebnissen wie Human Rights Watch. In der Stadt Wolgograd sei bereits ein Mitarbeiter festgenommen worden. Am Samstag beginnt der Confed Cup als Testlauf mit acht Teams, darunter Weltmeister Deutschland.