Großbrand in London - Zwölf Menschen sterben bei Hochhaus-Inferno

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Großbrand in London - Zwölf Menschen sterben bei Hochhaus-Inferno

Nach dem verheerenden Großbrand in einem Londoner Hochhaus hat Premierministerin Theresa May eine "umfassende Untersuchung" der Katastrophe angekündigt.

Feuerwehrchefin Dany Cotton nannte den Brand "beispiellos". Brandschutzminister Nick Hurd sprach bei einem Treffen in Westminster von einer "nationalen Tragödie".

Gebäude: Das Hochhaus liegt im Nordwesten Londons im Bezirk Royal Borough of Kensington and Chelsea. Fehlende Sprinkleranlagen, keine funktionierenden Feuermelder, ein Treppenhaus, das im Brandfall zur Todesfalle wird: Beschwerden der Bewohner gab es seit Jahren. Die Demonstration soll am frühen Abend vor dem Ministerium für Kommunen stattfinden, das auch für Wohnungsbau verantwortlich ist. Anhand von Fingerabdrücken solle geklärt werden, wer alles im Gebäude war. Cotton sagte, die Rettungskräfte gingen nicht davon aus, noch jemanden lebend zu finden.

Der ausgebrannte Grenfell Tower: Wie viele Menschen sich noch in dem 24-stöckigen Gebäude befinden, ist weiter unklar. Mindestens 79 Verletzte werden in Kliniken behandelt, 18 von ihnen sind in einem kritischen Zustand. Die Lage von zwölf Patienten sei derzeit kritisch, teilte die Gesundheitsbehörde mit. In dem Sozialblock "Grenfell Tower" lebten bis zu 600 Personen in mehr als 120 Wohnungen. Die Feuerwehr kann die oberen Stockwerke des Wohnturms aus Sicherheitsgründen noch nicht gründlich durchsuchen. Für eine gründlichere Suche müssten vor allem die oberen Stockwerke erst gesichert werden.

Unterdessen wurden in den Medien immer mehr Details zu der Fassadenverkleidung bekannt, die in ihrer nicht feuerresistenten Form für Gebäude von mehr als zwölf Metern Höhe in den USA demnach verboten ist. Sie verlangten Aufklärung über die Hintergründe des Feuers sowie Unterstützung für die Betroffenen. Doch eine DUP-Quelle bestätigte nun, dass sich die Regierungsverhandlungen aufgrund des Feuers in London voraussichtlich verzögern werden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Angehörige und das italienische Außenministerium. Eine junge Frau erhielt am Mittwoch gegen 3 Uhr ein Snapchat-Video ihrer Freundin. Die Queen und ihr Enkel besuchten eine Notunterkunft in einem Fitnesscenter im Stadtteil Kensington in der Nähe des Brandorts. Auf Fotos war sie zusammen mit Feuerwehrleuten zu sehen. "Die Wahrheit muss herauskommen und das wird sie", sagte der Labour-Chef. Das verbaute Material habe wohl zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen, sagte der Ingenieur Angus Law von der Universität in Edinburgh.

Auch Königin Elizabeth II. drückte ihre Anteilnahme aus. "Wir schulden das den Familien, den Menschen, die ihre Liebsten verloren haben und ihr Zuhause, in dem sie gelebt haben", erklärte May. Hunderte Londoner strömten in die Gegend, brachten Decken, Kleider, Wasser, Essen und Babynahrung. Mehr als eine Million Pfund an Spendengeldern wurden bereits gesammelt.

Einen schärferen Ton schlug Jon Hall an, ein britischer Brandschutz-Experte.