Angela Merkel über Helmut Kohl "Ich bin ganz persönlich dankbar"

  • Angela Merkel über Helmut Kohl

Angela Merkel über Helmut Kohl "Ich bin ganz persönlich dankbar"

Einer der ersten, der sich in den sozialen Medien zum Tod des deutschen Alt-Kanzlers Helmut Kohl geäussert hatte, war EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Er habe die Gunst der Stunde genutzt, um die Wiedervereinigung herbei zu führen. "Das war höchste Staatskunst im Dienste der Menschen und des Friedens", sagte sie.

Auch der deutsche Sport trauert um Helmut Kohl. Kohl habe auch ihren Lebensweg entscheidend verändert. "Ich bin ganz persönlich dankbar dafür, dass es Helmut Kohl gegeben hat", betonte die CDU-Politikerin. "Helmut Kohl war ein großer Europäer und ein sehr guter Freund". Kurz darauf veröffentlichte er ein Foto der auf Halbmast stehenden Europaflaggen in Brüssel.

Auch Merkel ist nicht vorher von Kohls Familie informiert worden. Kohl sei nicht nur der Vater der deutschen Wiedervereinigung gewesen, sondern habe sich auch für Europa und das transatlantische Verhältnis eingesetzt. Das sei das "große Vermächtnis" Kohls.

Die Oppositionsparteien im Bundestag verwiesen darauf, dass Kanzler Kohl in Amt und Würden stets umstritten war - und erinnerten in ihren Würdigungen an Einendes und Trennendes: "Als Kanzler vertrat er 16 Jahre lang seine Überzeugungen mit Leidenschaft, wir haben 16 Jahre lang leidenschaftlich dagegen gehalten", sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir unter Verweis etwa auf die Atompolitik: "Sein Engagement für ein geeintes und friedliches Europa haben wir jenseits jeden Streits hoch geachtet". "Helmut Kohl ist damit zu einem Glücksfall für uns Deutsche geworden". Kohl sei für ihn eine der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa, sagte der frühere US-Präsident George H.W. Bush. "Ich habe seine Weisheit bewundert und seine Fähigkeit, fundierte, zukunftsweisende Entscheidungen auch in schwierigsten Situationen zu treffen". "Ohne Helmut Kohl gäbe es den Euro nicht".

Ähnlich äußerte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. "Es ist ein wirklich grosser Deutscher gestorben", schloss der SPD-Politiker seine Würdigung Kohls. "Er war ein großer Staatsmann, ein großer deutscher Politiker und vor allem ein großer Europäer, der sehr viel dafür getan hat, dass nicht nur die Deutsche Einheit gekommen ist, sondern auch dass Europa zusammengewachsen ist", sagte Gabriel. In die Geschichte aber ging der promovierte Historiker vor allem als Kanzler der deutschen Einheit ein. Dies erweist sich letztlich als Glücksfall für Kohl, denn Strauß holt das bis dahin schlechteste Ergebnis für die Koalition seit 1949. Der Vorsitzende der FDP, Christian Lindner, betonte im Dlf, Kohl sei einer der Architekten eines vereinten Europas. Der Christdemokrat habe "die europäische Einigung mit einer Energie und Überzeugungskraft vorangetrieben, wie nur ganz wenige andere Staatsmänner". "Mit ihm verlieren wir einen Politiker, der mit seiner Willensstärke und unerschütterlichen Zielstrebigkeit Deutschland maßgeblich geprägt und geformt hat", erklärte Kretschmann in Stuttgart. SPD-Kanzlerkandidat Rudolf Scharping gratuliert Kohl im ARD-Wahlstudio in Bonn.