Tuifly und Niki: Aus für gemeinsamen Ferienflieger

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Tuifly und Niki: Aus für gemeinsamen Ferienflieger

Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass Air Berlin seine Tochter Niki nun doch nicht an die Ferienfluggesellschaft Tuifly verkaufen wird.

Der Plan eines gemeinsamen Ferienfliegers von TUI und Air-Berlin-Grossaktionär Etihad ist gescheitert.

Etihad hat diesen Plan aber gemäss Angaben von Tui aufgegeben. Beide Seiten ließen gestern offen, woran es lag. Dafür sind bereits vor Monaten 300 Millionen Euro von Etihad an die Not leidende Air Berlin geflossen.

Unterdessen spitzt sich die Lage bei Air Berlin zu. Und Tuifly muss aus eigener Kraft versuchen, sich im schwierigen Urlaubsgeschäft zu behaupten.

Die verschuldete Fluggesellschaft Air Berlin hat bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen Anträge auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags gestellt. Schliesslich würden sich auch kartellrechtliche Fragen stellen, wenn in Deutschland die Nummer eins die Nummer zwei übernähme. Für Air Berlin sei die Entwicklung ein "Brandbeschleuniger", sagte ein Beobachter. Er forderte zudem, dass der arabische Großaktionär Air Berlins Schulden von rund 1,2 Milliarden Euro komplett übernehmen müsse.

Jetzt wird die angeschlagene Airline das Touristikgeschäft der Air Berlin Group in einem separaten Geschäftsbereich durchführen, unter der Marke NIKI, teilte Etihad mit.

Über die Summe, die sich Air Berlin absichern lassen möchte, herrscht offiziell Stillschweigen. An diesen Maschinen dürfte Lufthansa-Chef Carsten Spohr kein Interesse haben.

Nun will sich Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann offenbar mithilfe des Steuerzahlers mehr finanziellen Bewegungsspielraum verschaffen.

Doch die Expansionspolitik von Air Berlin mit dem Kauf der einstigen Deutschen BA und der LTU hatte einen Preis, der sich nun als zu hoch erweist. Falls das Kartellamt Einwände hat, müsste Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries zum Mittel der Ministererlaubnis greifen, wenn sie sich als Retterin von rund 8500 Arbeitsplätzen feiern lassen will.

Für den deutschen Ferienflieger-Markt könnte die geplatzte Fusion Anstoß zu einem noch größeren Deal werden. Der Druck der Billigflieger, die zu immer neuen Sonnenzielen aufbrechen, ist immens. Noch fehlt ihnen die geschäftliche Anbindung an touristische Anbieter.

Hannover/Berlin. Schwere Zeiten für Deutschlands zweitgrößte Airline: Großaktionär Etihad verliert die Geduld, das geplante Bündnis mit dem Ferienflieger Tuifly ist geplatzt. Schon 2008 war ein Dreierbündnis aus Tuifly, Condor und Germanwings verhandelt worden, kam aber nicht zustande. Letztlich sollte die Neuaufstellung dazu führen, dass sich die Air-Berlin-Flotte um 21 Flugzeuge verkleinert.

Sollten dabei Start- und Landerechte (Slots) frei werden, stünden aber Ryanair und Easy Jet als mögliche Abnehmer bereit. Thomalla sagte: "Die Lufthansa dreht momentan den Spieß um und wird zunehmend vom Gejagten zum Jäger; es ist schon erstaunlich, wenn eine Billig-Airline die Konkurrenz einer etablierten Airline fürchtet".