US-Sonderermittler hat offenbar auch Trump im Visier

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US-Sonderermittler hat offenbar auch Trump im Visier

Inzwischen sollen das FBI, mehrere Kongressausschüsse und ein Sonderermittler klären, ob Russland die Präsidentenwahl im vergangenen Jahr zugunsten Trumps beeinflusste und ob es geheime Absprachen zwischen seinem Team und der Regierung in Moskau gab. Seine zwei Treffen mit Vertretern Russlands seien in jeder Hinsicht angemessen gewesen. Auch wisse er nichts davon, dass andere Trump-Mitarbeiter solche Gespräche geführt hätten.

Der republikanische US-Senator hatte kürzlich dem Sender CBS über Trump gesagt: "Dies könnte der erste Präsident in der Geschichte sein, der untergeht, weil er nicht damit aufhören kann, unangemessen über genau die Ermittlungen zu sprechen, die ihn ja reinwaschen könnten - wenn er nur still wäre". Mit "das" waren die FBI-Ermittlungen gegen Trumps früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn gemeint, der Kontakte zum russischen Botschafter Sergej Kisljak verschwiegen hatte.

"Ich weiß nichts über diese Russland-Ermittlungen über das hinaus, was öffentlich bekannt ist", sagte Sessions.

Zuletzt hatten Berichte für Wirbel gesorgt, wonach Sessions Ende April noch ein drittes Gespräch mit dem Botschafter geführt haben soll. Am Dienstagabend sagte er nun vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aus.

Der ehemalige FBI-Direktor James Comey wird vor Beginn seiner Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats vereidigt.

Es geht bei der "Russland-Affäre" in den USA nicht so sehr um Fakten, sondern um die Anklage und die Unsicherheit, die sie in der Öffentlichkeit stiftet. Später hatte Trump die Entlassung mit den Russland-Ermittlungen begründet. Sessions bekräftigte aber in der Anhörung, dass er Comeys Entlassung wegen der internen Zustände beim FBI befürwortet habe. Geprüft werde der Vorwurf, Trump habe versucht, unzulässigen Einfluss auf die Justiz zu nehmen. Er verwies auf die Vertraulichkeit der Gespräche mit dem Präsidenten.

Da Sessions sich aus diesen zurückgezogen hatte, wirft seine Entlassungsempfehlung Fragen auf. "Ich folge den historischen Richtlinien des Justizministeriums". Nun könnte der Hauptfokus auf den Verdacht rücken, Trump habe diese Ermittlungen zu verhindern versucht. Hintergrund ist Comeys Aussage, nach der die Justizministerin von US-Präsident Barack Obama ihn angeblich anwies, die Untersuchung als "Angelegenheit" und nicht als Ermittlung zu beschreiben.

Sonderermittler Robert Mueller hat der "Washington Post" zufolge Ermittlungen gegen US-Präsident Trump aufgenommen. Und sollte der Chef des Weißen Hauses auf die Idee kommen, an diesen Strafmaßnahmen etwas ändern zu wollen, benötigt er die Mehrheit der Senatoren.

Die Vorsitzende des Republican National Committee, der Parteiorganisation der Republikaner, Ronna McDaniel, lobte nach Sessions' Auftritt dessen "Ehrlichkeit und Professionalität". Comey hatte Trump versichert, dass er nicht persönlich im Visier der Ermittler stehe - doch das änderte sich laut der "Washington Post" nach der Entlassung des FBI-Chefs.