NIKI: Etihad lässt das Joint Venture mit TUIfly platzen

  • NIKI: Etihad lässt das Joint Venture mit TUIfly platzen

NIKI: Etihad lässt das Joint Venture mit TUIfly platzen

Neben der wachsenden Verschuldung hat die Airline seit März Ärger mit Verspätungen und Ausfällen wegen fehlender Crews und Fehlplanungen, Fluggäste schieben in Tegel Gepäck- und Abfertigungsfrust, weil der neu verpflichtete Bodendienstleiter Aeroground versagt - und jetzt ist noch eine Fusion der Ferienflieger-Tochter Niki mit Tuifly geplatzt.

Welche Rolle spielt die Lufthansa? Sollten weder Etihad noch der Staat bereit stehen, Air Berlins Schulden zu tilgen, wäre eine Insolvenz unausweichlich. Dies teilten die Niki-Mutter Air Berlin und ihr Großaktionär Etihad am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Etihad brach die Gespräche ab.

Etihad teilte mit, dass man an einer Lösung für das Gesamtunternehmen arbeite - ohne Details zu nennen.

Zugleich stellte Etihad klar, an dem im Dezember 2016 angekündigten Kauf aller Air-Berlin-Anteile an Niki festzuhalten. Ebenso bleibt auch der Wetlease-Vertrag mit Niki unverändert bestehen. Nach den Worten von CEO Thomas Winkelmann werden Langstreckenflüge und Städteverbindungen von Air Berlin ab Düsseldorf und Berlin durchgeführt. Offen bleibt aber, ob Etihad die 300 Millionen Euro bereits gezahlt hat und was langfristig aus Niki werden soll.

Noch Ende April hatte Etihad in einem "Letter of Support" zugesichert, die kommenden 18 Monate bei finanziellen Engpässen der Air Berlin auszuhelfen und gewährte den Berlinern rechtzeitig zur Bilanzvorlage mehrere Kredite im hohen dreistelligen Millionenbereich. Eine bei den Regierungen von Nordrhein-Westfalen und Berlin gestellte Voranfrage für einen Bürgschaftsantrag wird gemeinsam mit den Ländern geprüft, wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin sagte.

Deshalb gilt das Risiko als hoch, dass im Falle staatlicher Bürgschaften bei einer Pleite auch der Steuerzahler für die Fehler der Airline zahlen muss. Immer wahrscheinlicher wird damit eine Übernahme von Air Berlin und Niki durch Lufthansa. Der Bund kann bei Beteiligung eines ostdeutschen Landes und Bürgschaften von mehr als zehn Millionen Euro eine zusätzliche Absicherung übernehmen, wie die Ministeriumssprecherin erläuterte. Etihad ist damit an zwei Airlines beteiligt, die nach den Worten des eigenen Managements alleine auf Dauer nicht überlebensfähig sind. Drittens müssen kartellrechtliche Fragen geklärt werden - immerhin würden die beiden größten deutschen Airlines fusionieren. Damit kursierten neue Spekulationen, dass auch die Lufthansa aushelfen könnte, um Air Berlin zu retten. Dass in absehbarer Zeit das Geld ausgeht, sei nicht zu erwarten, hieß es von Air Berlin. Im ersten Quartal verlor das Unternehmen täglich drei Millionen Euro, das Minus zwischen Januar und März betrug 782 Millionen Euro.

Die Lufthansa steht im Prinzip als Retter bereit. Die Staatsfluglinie aus dem Öl-Emirat Abu Dhabi pumpte, so Branchenschätzungen, mehr als eine Milliarde Euro in den deutschen Ableger und kaufte auch andere marode Airlines wie Alitalia in Europa in der Hoffnung, besser auf dem Kontinent Fuß zu fassen und mit Zubringern das Drehkreuz am Golf auszulasten.