Mehrere Tote bei Hochhausbrand in London - über 50 Verletzte

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Mehrere Tote bei Hochhausbrand in London - über 50 Verletzte

Ein Experte überprüfe laufend die Statik des Grenfell Towers, sagte die Londoner Feuerwehrchefin Dany Cotton.

Der Grenfell Tower wurde im Jahr 1974 fertiggebaut. "Alle Bestandteile der Feuersicherheit und des Gebäudemanagements" müssten versagt haben, vermutete der frühere Feuerwehrchef aus den Midlands auf Twitter. Bei allen Bränden dieser Art wird sofort ein Großeinsatz ausgelöst. Augenzeugen sahen Menschen, die von ihrem Balkon in die Tiefe sprangen.

Ein Anwohner beobachtet den Brand. Die Bewohner sässen "in dem Gebäude in der Falle".

Das von Sky News zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt die Löscharbeiten.

Rauch und Flammen schlagen aus dem Hochaus im Zentrum Londons. "Ich bin 100 Meter weg und ich bin vollständig mit Asche bedeckt". Die Beamten wurden eigenen Angaben zufolge am Mittwoch kurz nach 01.00 Uhr (Ortszeit) alarmiert. Außerdem können Verletzte, die selbst nicht mehr laufen können, mit dem Aufzug nach unten gebracht werden.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Die Ursache des Brands war zunächst unklar. "Leider rechne ich nicht damit, dass es weitere Überlebende geben wird". Die Opferzahl werde sich aber wohl weiter erhöhen, da mehrere Bewohner noch vermisst würden, sagte der Beamte Stuart Cundy. Die genaue Zahl der Todesopfer ist offen. Manche hätten in der Nacht zum Mittwoch auch versucht, per Handy Hilfe zu holen oder mit Taschenlampen auf sich aufmerksam zu machen, wie Nachbarn britischen Medien berichteten. Doch Mahad Egal und seine Familie retteten sich, während das Gebäude wie eine riesige brennende Fackel in den Nachthimmel ragte. Eltern warfen demnach in ihrer Verzweiflung Kinder aus dem brennenden Hochhaus. Ein Mann habe den Säugling gefangen.

Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude, die von herabstürzenden Trümmern gefährdet waren. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude. Die Polizei riegelte alle Wege hermetisch und weiträumig ab. Einwohner wurden gebeten, die Gegend nordwestlich vom Hyde Park zu meiden. "Wir gehörten zu den ersten, die es aus dem Gebäude geschafft haben". "Wir bleiben hier, bis die Arbeit getan ist". Wenn aus dem Feuer Konsequenzen zu ziehen seien, werde man das tun.

Tamara, die in der Nähe des Hochhauses lebt, schilderte der BBC, wie ihre Mutter sie wegen des Brandes geweckt habe. "Es ist entsetzlich. Das ganze Gebäude ist in Flammen gehüllt". Spezialisten hätten den Sozialbau untersucht und für weitere Lösch- und Bergungsarbeiten sicher befunden, teilte die Feuerwehr am Abend mit. Die Feuerwehr sprach von mehreren Menschen, die das Unglück nicht überlebten. Schreiende Menschen stehen an den Fenstern des 24 Stockwerke hohen Gebäudes.

"Es ist gar nicht auszudenken, was passiert, wenn in der Eingangshalle ein Feuer ausbricht", heisst es auf einem Blog-Eintrag der Grenfell Action Group. Sie war für die Sanierung zuständig. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, versicherte die Firma. Es gebe viele Fragen, "die Antworten fordern", sagte er und kündigte eine gründliche Untersuchung an. Scotland Yard schloss einen Terroranschlag aus. Die Bundesregierung würdigte den Kampf der Rettungskräfte gegen die Flammen. "Das wäre ein Mittel der allerletzten Wahl", sagt Kirstein von der Berliner Feuerwehr.

Uhr: Die Londoner Feuerwehr war nach eigenen Angaben nach wenigen Minuten bei dem brennenden Hochhaus.

Rund 250 Feuerwehrleute und 100 Sanitäter waren bis zum Nachmittag im Einsatz, brachten Bewohner in Sicherheit, versorgten sie medizinisch.

Bei dem Einsatz wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt.