Londoner Polizei: Zahl der Toten dürfte steigen

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Londoner Polizei: Zahl der Toten dürfte steigen

Beim Brand eines Hochhauses im Zentrum Londons sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Der katastrophale Hochhausbrand in London ist nach Angaben von Scotland Yard kein Terroranschlag. Bei den Löscharbeiten wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt, sagte Feuerwehrchefin Cotton. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es falsch, über Ursachen zu spekulieren, sagte Cotton. Das 24-stöckige Wohnhaus im Westen der britischen Hauptstadt steht seit den frühen Morgenstunden in Flammen.

Bürgermeister Khan sagte, die Frage des Brandschutzes in Londoner Hochhäusern werde untersucht werden müssen. Das Feuer war in der Nacht ausgebrochen, am frühen Morgen stand das Gebäude mit mehr als 20 Stockwerken noch lichterloh in Flammen. Feuerwehrleute suchten weiter nach Bewohnern, die möglicherweise im Grenfell Tower eingeschlossen waren. Die Brandursache sei noch unklar. Die Feuerwehr teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, das Haus mit seinen 120 Wohnungen brenne vom zweiten bis zum obersten Stockwerk. "Die Leute warfen einfach ihre Kinder aus dem Fenster und riefen ‹Rettet meine Kinder›". Die meisten von ihnen hatten das Gebäude während des Feuers verlassen müssen. Mehrere Menschen sterben, viele Personen wurden in Kliniken gebracht. In London gebe es sehr viele Hochhäuser, "und wir können nicht dulden, dass die Sicherheit von Menschen durch fragwürdige Anweisungen gefährdet wird, oder, falls wirklich zutrifft, was angedeutet wurde, dass Hochhäuser nicht ordnungsgemäß gewartet und betreut werden", sagte Khan der BBC. Die Leitern der Feuerwehr reichen nicht bis in das 20. Stockwerk. Sobald neue Informationen vorlägen, würden sie veröffentlicht. Die Feuerwehr versucht weiter, den Brand unter Kontrolle zu bekommen und sucht nach Eingeschlossenen. Die ersten Löschtrupps seien in weniger als sechs Minuten vor Ort gewesen. Der erste Notruf sei um 00.54 Uhr (Ortszeit) eingegangen, hieß es in einem Feuerwehr-Statement. Im Einsatz waren den Angaben nach 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge. Die Feuerwehrleute versuchen, durch Rauch und Hitze zum eigentlichen Brand vorzudringen. Der Einsatz wird nach Angaben der Polizei mehrere Tage dauern.

Die Polizei twitterte, dass zahlreiche Verletzte behandelt würden.

Im Apartmenthaus sollen viele Familien mit Kindern gelebt haben. Einwohner wurden gebeten, die Gegend nordwestlich vom Hyde Park zu meiden. Eine Schule in der Nähe des brennenden Gebäudes blieb geschlossen.

Augenzeugen berichteten in der Nacht auf Twitter von Schreien. Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude. Die Polizei riegelte alle Wege hermetisch und weiträumig ab. "So etwas habe ich in London noch nicht gesehen", sagt der 44-jährige Vater der dpa. "Es ist verloren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor dieses Gebäude zusammenbricht".

Der stellvertretende Chef der Londoner Feuerwehr, Dan Dal, sprach von einem "großen und sehr schwerwiegenden Vorfall".

Der Grenfell Tower ist ein 24-stöckiges Hochhaus mit 120 Wohnungen und liegt in einem hochpreisigen Bezirk Londons, dem Royal Borough of Kensington and Chelsea. Eddie gehört zu der Nachbarschaftsinitiative, die schon vor Jahren über einen Internet-Blog vor der Brandgefahr in dem 1974 errichteten und zuletzt umfassend renovierten Gebäude gewarnt hat. Die Baufirma Rydon hat schockiert auf die Feuerkatastrophe reagiert. Das teilte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Anfrage mit. Bewohner und Nachbarn des Hauses hatten unzureichende Sicherheitsmaßnahmen im Grenfell Tower kritisiert.

Premierministerin Theresa May zeigte sich nach eigenen Worten "tief betroffen von den tragischen Todesfällen".

Vorrichtungen wie ein Feuerwehraufzug und Wand-Hydrantenanlagen erleichtern den Einsatzkräften den Kampf gegen die Flammen. "Je höher das Feuer ausbricht, desto schwieriger ist es für uns, es zu bekämpfen", sagt der Pressesprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, der früher für den Fachbereich Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz zuständig war. 65 Menschen wurden aus den Flammen gerettet. "Die Bundeskanzlerin ist in Gedanken in tiefer Anteilnahme bei den Opfern und ihren Familien".