In der EU entfallen Handy-Zusatzkosten

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In der EU entfallen Handy-Zusatzkosten

Mit der Einführung des GSM-Mobilfunkstandards wurde es möglich, innerhalb Europas, später auch in vielen weiteren Ländern, mobil erreichbar zu sein. Auch die Roaming-Gebühren für Handynutzer, die in Norwegen, auf Island oder in Liechtenstein Urlaub machen, fallen weg. Die Medienrechtskanzlei "Wilde Beuger Solmecke" hat zum Thema ein ausführliches Interview zu den wichtigsten Verbraucherfragen mit Rechtsanwalt Christian Solmecke geführt. Darin wird auch auf die neue Regelung hingewiesen. In Zukunft eventuell auch nicht mehr für Großbritannien (Brexit). Daher sollten Nutzer die Datenverbindung und die automatische Netzwahl deaktivieren.

Telefonieren im EU-Ausland kostet ab sofort genauso viel wie zu Hause. Denn sonst konnte es bisher ziemlich teuer werden mit dem Telefonat.

Mobilfunkunternehmen können reine Inlandstarife ohne Roaming-Funktion anbieten. So sieht es die neue "Roam Like at Home"-Regelung der Europäischen Union (EU) vor". "Die Preise für Anrufe von zu Hause ins Ausland, auch innerhalb der EU, sind nicht reguliert", betont die EU-Kommission. Telefoniert beispielsweise der Kunde eines deutschen Anbieters in Italien, so nutzt er dabei das Netz eines italienischen Anbieters. Sie gilt automatisch für alle Tarife, seien es Prepaid- oder Vertragstarife. Auch Kunden mit bestehenden Verträgen sollten aufpassen. Hier müssen die Mobilfunkanbieter die Kunden nur über die Möglichkeit, in den neuen Tarif zu wechseln, informieren.

Wer zahlt denn jetzt die Roaminggebühren?

Anbieter haben Tarife im Programm, die kein Roaming erlauben oder nur bestimmte Kapazitäten im Ausland einräumen.

Allerdings etabliert die EU dafür nun Obergrenzen.

Auch zeitlich gibt es gewisse Grenzen für das kostenlose Roaming. Diese liegen bei 3,2 Cent pro Minute pro Anruf und bei 1 Cent pro SMS. Diese haben oft ihre eigenen Kostentabellen und fallen nicht mit unter die Harmonisierung der EU. Beispielsweise bietet Yourfone zwei verschiedene Tarifarten an, internationale und nationale.

Das bedeutet, auch Inklusiveinheiten (etwa für Telefonate oder SMS) können im Ausland ohne Zusatzkosten genutzt werden. Auch bei manchen Billig-Anbietern ist Vorsicht geboten.

Vor allem bei Billiganbietern wird die Sim-Karte im Ausland zum nutzlosen Stück Plastik. Für mobile Gespräche, die im Ausland geführt wurden, schlugen zum Teil immens hohe Kosten zu Buche. Das ist nach der EU-Verordnung auch zulässig. Wer aber dann doch nach Mallorca fliegt und von dort aus telefonieren möchte, muss den kompletten Tarif wechseln oder - meist die bessere Variante - sich vor Ort eine Sim-Karte besorgen.

Ist eine dauerhafte Nutzung im Ausland möglich? Das ist jedoch künftig kein Problem mehr, so lange sich das Handy mindestens einmal pro Tag im Heimatnetz einbucht. Anders bei der Internet-Nutzung.

Ja, für das Daten-Roaming im Ausland können die Netzbetreiber Begrenzungen einführen. Wie jede Regel hat aber auch die EU-Roaming-Verordnung einige Ausnahmen. Diese "Preisbremse" wird erst gelöst, wenn der Kunde dem ausdrücklich zustimmt. Weiterhin ist der Preis pro Gigabyte für die Berechnung relevant.

Was Sie unbedingt noch wissen sollten!

Um das zu prüfen, dürfen Mobilfunkanbieter Nutzerdaten speichern und auswerten. Die konkrete Ausgestaltung der "Fair Use"-Politik obliegt in einem gesetzlichen Rahmen den Anbietern selbst". Einen ausländischen Billiganbieter in Deutschland zu nutzen, funktioniert somit maximal vier Monate. Dann gilt das Roaming zu Inlandspreisen nicht mehr. Alles, was darüber hinaus verbraucht wurde, kann extra berechnet werden.