Trump kündigt neuen FBI-Chef an

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Trump kündigt neuen FBI-Chef an

Mehrere Bars in Washington öffnen wegen der Anhörung des gefeuerten FBI-Chefs schon am Vormittag und laden zum Public Viewing ein. Wie zum Beispiel "Shaw " s Tavern".

US-Präsident Donald Trump will den Anwalt Christopher A. Wray zum FBI-Direktor machen.

Sieben Seiten lang ist das schriftliche Statement, das James Comey vor dem Geheimdienstausschuss vortragen wird und welches der Ausschuss bereits am Tag vor seiner Aussage veröffentlichte. "Der Präsident ist erfreut darüber, dass Herr Comey endlich öffentlich seine privaten Berichte bestätigt hat, dass in der Russland-Untersuchung nicht gegen den Präsidenten ermittelt wird", hieß es in einer Stellungnahme von Trumps Anwalt Marc Kasowitz.

Nach einem Bericht der "New York Times" soll Trump sich in einem Treffen mit Repräsentanten Russlands erleichtert darüber gezeigt haben, dass mit Comeys Entlassung der Druck wegen Russland von ihm genommen sei. Trump hatte Comey für dessen Aussage am Mittwoch "viel Glück" gewünscht. Auf diese Weise ist eine minutiöse Nachzeichnung von drei Vieraugengesprächen und sechs Telefonterminen entstanden, inklusive dichter atmosphärischer Beschreibungen einiger unangenehmer Momente. Trump sah sich wegen dieser Passage bestätigt. Das meiste dürfte Donald Trump nicht gefallen. Trump sagte demnach: "Ich brauche Loyalität". Comey empfand das als äußerst unpassend.

Alle Verdachtsmomente bezüglich der angeblichen russischen Einmischung wurden sowohl vom Weißen Haus als auch von Russland wiederholt dementiert. Naives Verhalten - oder eine bewusste Grenzüberschreitung seitens Trump? Er beschrieb die Russland-Ermittlung als "eine Wolke", die sein Wirken, zum Wohle des Landes zu handeln, beeinträchtige.

Mit Tagespolitik oder Zukunftsfähigkeit hat das für die Partei nichts zu tun, die Zustimmungswerte im Volk zu Trumps Politik sind weiter abgesackt.

"Als sich die Tür in der Nähe der Standuhr schloss und wir alleine waren, sagte der Präsident." - hat Comey das mit Absicht auf Effekt getrimmt oder ist es schlicht die akribische Art eines fanatischen Notizenmachers? Die Medien berichteten verschiedentlich, der Präsident sei ausser sich darüber, dass die Russland-Geschichte im Allgemeinen und Comey im Speziellen tagtäglich Gesprächsthema seien. Die Ernennung des Juristen muss noch vom Senat bestätigt werden. "Er ist entschlossen, seine Agenda voranzutreiben".

Vertraute hingegen zeichnen das Bild eines Mannes, der innerlich kocht. Später sagte er in einem Interview, er habe bei dem Rauswurf auch "diese Russland-Sache" im Kopf gehabt.

Wie das aussehen wird, darauf kann man gespannt sein. Sein Juristenteam ist über diese Aussicht entsetzt.

2,03 Meter lang, wird James Comey am Donnerstag einen gewaltigen Auftritt haben.

Simpel formuliert: Solange Trumps Partei nicht kippt, besteht für Trump keine echte Gefahr, sein Amt zu verlieren.

Der Zeitpunkt seiner Nominierung war offenbar bewusst gewählt.

Laut "Washington Post" hat Comey ein Abkommen mit Mueller getroffen. Die Gefahr: Je länger sie sich hinzieht, desto schwieriger wird es für den Präsidenten, dem "normalen" Regieren nachzugehen.

Vor dem neuen Hintergrund erscheint Comeys Rauswurf am 9. Mai durch Trump noch mehr als ein Racheakt für verweigerten Gehorsam. Aber dass er immer darauf zählen könne, dass ich die Wahrheit sage.

Jay Sekulow, ein einflussreicher Politikberater und Trump-Vertrauter, hält das enorme öffentliche Interesse dagegen für kurzsichtig: "Der Präsident sollte nicht unterschätzt werden".