Tischtennis-Star Boll scheitert an Ma Long

  • Tischtennis-Star Boll scheitert an Ma Long

Tischtennis-Star Boll scheitert an Ma Long

Kurz zuvor dürfte dem 36-Jährigen nach dem finalen Vorhandfehler von Ma schon geschwant haben, dass seine große Karriere nach der Niederlage mit 1:4 (13:11, 10:12, 8:11, 9:11, 8:11) Sätzen gegen die chinesischen Favoriten Xu Xin/Fan Zhendong voraussichtlich unvollendet bleiben wird. Ihr Partner, der Chinese Bo Fang, war ihr dabei allerdings im Viertelfinale nicht die erwünschte große Hilfe. In jenem Augenblick, als die 23-jährige Pfälzerin immerhin als erste deutsche Frau seit 46 Jahren eine WM-Medaille gewann, blickte sie recht unglücklich drein.

Nachdem vor Bolls Aus der Weltranglistenfünfte Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) schon im Achtelfinale ausgeschieden war, sind alle 14 Aktiven der WM-Gastgeber zum Abschluss der Titelkämpfe am Pfingstmontag nur noch Zuschauer. Rekord-Europameister Boll ließ bei seiner 17. WM-Teilnahme dem Südkoreaner Woojin Jang keine Chance.

Am Ende konnte Timo Boll sogar wieder ein wenig lächeln. Durch die unerfüllt gebliebenen Hoffnungen der WM-Ausrichter auf einen Titelcoup ist der Triumph des Doppels Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner 1989 in Dortmund weiterhin das einzige WM-Gold des DTTB seit Ende des Zweiten Weltkrieges. "Jetzt werde ich es genießen, vor vollem Haus gegen die Nummer zwei der Welt zu spielen".

Ruwen Filus hatte zuvor das Viertelfinale verpasst. Die Bronzemedaille ist den beiden bereits sicher.

Gegen seinen von Japans bisherigen Erfolgen in Düsseldorf beflügelten Konkurrenten gelang dem Weltranglistenfünften zunächst ein erfolgreicher Start. Er scheiterte im Achtelfinale nicht an einem der Überspieler aus China, sondern an dem Japaner Koki Niwa. Dass diese Spiele in Tokio stattfinden, ist aus deutscher Sicht ein Teil des Problems.

Eine Wachablösung im Tischtennis werden die jeweils 8000 Zuschauer dann zwar nicht erleben.

Bei der WM in Düsseldorf spielt Timo Boll so gut wie lange nicht mehr. Es wäre der Ort und die Zeit, gegen den amtierenden Weltmeister und Olympiasieger endlich einmal eine Sensation zu schaffen.

Gleichzeitig holen die Japaner ihren Rückstand auf den Erzrivalen immer weiter auf. Für das japanische Duo war es die erste Goldmedaille bei einer Einzel-Weltmeisterschaft seit 48 Jahren. Die Asien-Meisterin steht im Halbfinale. Im sechsten und schließlich letzten Satz, als ihm das Spiel beim Stand von 8:7 zu entgleiten drohte - er hatte bereits 8:4 geführt -, retournierte er einen Ball absichtlich ins Aus, weil er ihn zuvor mit der Brust berührt hatte. Knapper als erwartet verlor er mit 2:4 gegen seinen Doppelpartner. Eines wollte sie besonders festhalten: "Ich bin stolz darauf, dass ich die beste Deutsche im Einzel bin". "Schade, er hat wirklich ein gutes Turnier gespielt, er war auch in der Form, um weiterzugehen".