Londoner Angreifer war polizeibekannt - Behörden weisen Kritik zurück

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Londoner Angreifer war polizeibekannt - Behörden weisen Kritik zurück

Drei Tage nach dem Terroranschlag in London hat die Polizei alle Täter identifiziert - und gerät wegen möglicher Fehleinschätzungen ihrer Gefährlichkeit unter Druck.

Dienstag, 06. Juni 2017, 04.05 Uhr: Im Gedenken an die Opfer halten die Menschen in Großbritannien am Dienstag eine landesweite Schweigeminute. May plant unter anderem eine schärfere Überwachung von Internet- und Messengerdiensten.

Trauer: Ein Polizist legt einen Blumenstrauß nieder.

Auf Halbmast weht die britische Fahne über den Houses of Parliament. Ende März war ein Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren.

US-Präsident Donald Trump verurteilte die Terrorattacke scharf und drückte der britischen Premierministerin May telefonisch sein Beileid ausgedrückt.

- Joussef Zaghba (22), ein Italiener marokkanischer Herkunft.

Inzwischen wurden alle wieder freigelassen.

Neben dem 27-jährigen Butt hatte die Polizei am Montag bereits den 30 Jahre alten Marokkaner Rachid Redouane als Täter genannt, der sich auch als Libyer ausgegeben habe. Über ihn wurde sogar in einer TV-Dokumentation über Jihadisten berichtet.

Laut Anti-Terror-Chef Mark Rowley hatte man Butt allerdings als nachrangig eingestuft, da keine Belege dafür gefunden wurden, dass er einen Anschlag plane. Die britischen Behörden behaupten, er sei weder der Polizei noch dem Inlandsgeheimdienst MI5 bekannt gewesen. So hatte der Attentäter Butt laut der Zeitung "The Times" unter anderem Kontakt zu einem Hassprediger und einem Terroristen, der an den Anschlägen vom 7. Juli 2005 in London beteiligt war. Ähnlich äußerte sich der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan. Er warnte aber auch vor neuen Kürzungen bei der Polizei, wenn Premierministerin Theresa May die Wahl an diesem Donnerstag gewinnt. Er verwies darauf, dass May in ihrer Zeit als Innenministerin mitverantwortlich dafür gewesen sei, dass es heute 20 000 weniger Polizisten gebe als 2010.

Uhr: Die Polizei hat in der britischen Hauptstadt einen 27-jährigen Mann festgenommen. Beide mutmaßlichen Terroristen wohnten im Ostlondoner Stadtteil Barking. Er war der Polizei offenbar nicht bekannt.

Drei Männer hatten am Samstagabend im Zentrum Londons Menschen mit einem Lieferwagen und langen Messern attackiert und dabei sieben Passanten getötet und rund 50 weitere teils schwer verletzt.

Drei mutmaßliche Angreifer wurden erschossen. 21 Opfer des Anschlags befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden noch immer in einem kritischen Zustand. Er forderte erneut, seinen Einreisestopp für Menschen aus mehreren islamischen Staaten in Kraft zu setzen, der von US-Gerichten gestoppt wurde. Zuvor hatten Medien berichtet, dass einer der drei Attentäter vermutlich aus Marokko stammte und in Irland lebte. Eine Britin identifizierte zudem ihren Bruder als eines der Todesopfer; dafür gab es zunächst aber keine offizielle Bestätigung.

Zwölf Menschen wurden im Zusammenhang mit dem Attentat festgenommen, am Montagabend waren die sieben Frauen und fünf Männer wieder frei.

Die Polizei in Pakistan hat unterdessen die Verwandten von Butt ins Visier genommen. Polizeiautos rasen mit heulenden Sirenen vorbei, Straßen werden gesperrt, in der Luft kreisen zwei Polizeihubschrauber.